Balkonbesuche Wilde Tiere Wildpflanzen

Balkonbesuch: Bei Katrin in Bielefeld

Balkonbesuch bei Katrin in Bielefeld

Katrin hat ein Herz für Bienen. Sie holt nicht nur ständig neue bienenfreundliche Wildpflanzen auf ihren Balkon, wofür sie mit dem zweiten Preis im Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen!“ im Jahr 2021 ausgezeichnet wurde. Sie hat auch ein wunderbar didaktisches Talent. Auf Instagram bringt sie ihren Followern das Leben auf ihrem Balkon in bewegten Comic-Strips im 15-Sekunden-Insta-Format nahe. Es treten auf: Justin Timbeelake, Justin Beeber, die Backstreet Bees und Beeter Barker, die auf ihrem Balkon in Beelefeld zu Gast sind. Katrin ist für mich die „Queen of Bee-Stories“. Dabei begann alles mit einem „spießigen Buchsbaum“. Die ganze Geschichte erzählt sie hier in der Rubrik „Balkonbesuch“.

Mein Freund und ich leben seit 2009 in der Bielefelder Altstadt in fußläufiger Entfernung zum Teutoburger Wald. Vom Balkon aus blicken wir auf ein paar Bäume und eine recht viel befahrene Straße dahinter. Unser 6,50 Quadratmeter großer Südost-Balkon im ersten Stock beherbergt mittlerweile über 150, größtenteils heimische Pflanzen. Er liegt geschützt in einem U aus Häusern, was sich bei Stürmen als sehr praktisch erwiesen hat. Einen kleinen Nachteil hat es aber: Durch die Häuser und einen Balkon über uns bekommen wir nur sechs Sonnenstunden am Tag ab. Unsere Pflanzen stehen deshalb teils sonnig, halbschattig und schattig (siehe Titelbild).

Wie ich dazu kam, unseren Balkon so zu bepflanzen, wie er jetzt ist.

Circa ein Jahr lang haben wir unseren Balkon überhaupt nicht genutzt. 2010 standen dann Balkonmöbel und immerhin drei Pflanzgefäße darauf. Diese bepflanzte ich damals äußerst spießig mit einem Buchsbaum und diversen wechselnden kleinen Pflanzen (siehe nächstes Bild).

Balkonbesuch bei Katrin in Bielefeld: Bild vor der Umstellung auf Wildpflanzen.
Das einzig Wertvolle damals waren die Kräuter auf der Bank und die Löwenmäulchen. Wobei, der Buchsbaumzünsler hätte sich bestimmt über den Buchsbaum gefreut!

Mit der Zeit kamen weitere Pflanzgefäße dazu, denn es sollte etwas mehr blühen: Dahlien, Roseneibisch und ein Rosenstämmchen (leider alle mit gefüllten Blüten). Außerdem Hortensie, Margarite, Azalee, Lavendel und Löwenmäulchen. Ein paar Bienchen und Hummeln besuchten uns schon damals. Am Roseneibisch sind sie zum Glück trotz der gefüllten Blüten „von hinten“ an den Nektar gekommen.

Mein Wunsch, den Bienen und anderen Insekten mehr Nahrung bieten zu können, wuchs mit der Zeit immer mehr. Also kaufte ich 2017 weitere Pflanzgefäße und im Herbst 2018 zusätzlich Balkonkästen für das Geländer. Hierfür bestellte ich das erste Mal online Stauden, die es im Gartencenter nicht zu kaufen gab. Im Herbst setzte ich noch ein paar Frühblüherzwiebeln ein (Krokus, Narzisse, Tulpe, Traubenhyazinthe).

Da ich mit der Bestückung der Pflanzgefäße noch nicht ganz zufrieden war, recherchierte ich online, was ich zusätzlich anpflanzen kann. Unser Gartencenter vor Ort bot nun auch heimische Stauden an, und unser Bioladen verkaufte Kräuter von einer Bioland-Staudengärtnerei aus dem Umland.

Als unsere Balkonmöbel kaputt gegangen sind, hatte ich endlich noch mehr Platz und kaufte drei weitere große Pflanzgefäße. Somit waren es im Frühjahr 2020 bereits 19 Pflanzgefäße auf unserem Balkon. Diese bestückte ich dann mit Sommerflieder, Bartblume und weiteren insektenfreundlichen Stauden.

2020 habe ich das erste Mal an dem Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen“ von „Deutschland summt“ teilgenommen. Für eine Platzierung hat es damals nicht gereicht, aber immerhin für eine lobende Erwähnung. Das hat mich natürlich angespornt, noch mehr für die Artenvielfalt auf unserem Balkon zu tun. Ich entschied, lieber heimische Pflanzen zu kaufen und fand eine weitere Bio-Staudengärtnerei in der Nähe. Schnell wurde klar, dass ich mehr Pflanzgefäße brauchte, und somit wuchs die Anzahl derer auf 30 Stück und der Pflanzen auf circa 120.

2021 habe ich wieder an dem Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen“ teilgenommen und sogar den zweiten Platz belegt. Dadurch, dass ich nun stärker auf heimische Pflanzen gesetzt habe, hat die Artenvielfalt auf unserem Balkon nochmal deutlich zugenommen. Es ist einfach toll zu sehen, wie viele unterschiedliche Insekten uns mittlerweile besuchen. Ich glaube, ich habe in den ganzen Jahren zuvor nie so viel auf dem Balkon gesessen wie in 2021. Es gab einfach immer etwas Tolles zu entdecken: Jeden Morgen bin ich sofort nach dem Aufstehen erst einmal auf den Balkon und habe geschaut, wer auch schon wach ist oder vielleicht gerade schlüpft. Habe meine Mauerbienen aus dem Schatten per Finger-Taxi aufs sonnige Dach der Nisthilfe gesetzt, damit sie sich aufwärmen können, und geschaut, welche Pflanzen neu austreiben und wer daran knabbert. Wenn ich abends nach Hause kam, habe ich mich direkt für eine Stunde nach draußen gesetzt und das Summen, Krabbeln und Flattern um mich herum genossen – einfach perfekt um nach einem langen Arbeitstag runterzukommen.

Balkonbesuch bei Katrin in Bielefeld
Mein kleiner Justin Beeber auf dem Dach der Nisthilfe im Jahr 2021. Ich denke, er ist dieses Jahr reinkarniert.

In dem Jahr habe ich auch zum ersten Mal selber Pflanzen ausgesät. Zum Beispiel den Wegerichblättrigen Natternkopf, der sogar an einem schattigen Standort geblüht hat. Ich habe ihn später im Jahr nochmal an einem sonnigen Platz zu Katzenminze, Rasselblume und Salbei gesät, und er hat im September noch ein paar Blüten hervorgebracht. Die ausgesäte Kapuzinerkresse hat sogar besser und länger geblüht als die gekaufte. Dann habe ich noch Kosmea, Kornblume, Jungfer im Grünen, Ackersenf, Phazelie, Borretsch, irgendeine einjährige Platterbse und Sonnenhut (Rudbeckia) ausgesät. Der Sonnenhut hat mich etwas frustriert, denn er bildet erst im zweiten Jahr Blüten aus. Immerhin hat er schön flauschige Blätter!

Im Herbst 2021 habe ich nochmal einige Frühblüherzwiebeln bestellt, und in sechs neue separate Pflanzgefäße innen ans Geländer gesetzt. Zuvor hatte ich Frühblüherzwiebeln ganzjährig zwischen den Stauden gelassen, ein paar sind dort aber durch die ständigen Wassergaben verschimmelt.

Da es mir mit den vielen Pflanzgefäßen innen aber sehr gut gefiel, und ich so die Möglichkeit hätte, noch mehr auszusäen und zu pflanzen, suchte ich nach einer Möglichkeit, die Frühblüher woanders unterzubringen. Nach langer Recherche fand ich zwei lange Pflanzgefäße, die perfekt hinter unsere Balkonstühle passen und kaum Platz wegnehmen. Ein langes Pflanzgefäß für unser Küchenfenster habe ich bei der Gelegenheit auch gefunden, in das ich bereits verschiedene einjährige Pflanzen eingesät habe.

Dieses Jahr werde ich noch einiges aussäen und weitere heimische Stauden dazu kaufen, damit die Anzahl der insektenfreundlichen Pflanzen weiter ansteigt. Nachdem ich vor kurzem eine wunderschöne apfelgrüne Raupe der Achateule hier entdeckt habe, möchte ich unbedingt noch mehr für Raupen und Schmetterlinge anpflanzen. Mein Ziel für 2022 sind 200 Pflanzen!

Pflanzgefäße

Ich mag es grundsätzlich gerne aufgeräumt, deshalb achte ich sehr auf Formen und Farben bei der Wahl der Pflanzgefäße. Die Pflanzen dürfen so wild aussehen wie sie wollen, und ich räume den Balkon auch nicht wirklich auf, aber ein bisschen Struktur brauche ich schon.

Die zwölf eckigen Capi Lux Pflanzgefäße auf dem Balkonboden sind aus Fiberstone und haben die Maße 20x20x20, 30x30x30 und 40x40x40.

Die beiden Pflanzgefäße (Amei – der Lange), die perfekt hinter unsere Balkonstühle passen, sind ebenfalls aus Fiberstone und 100x17x15 und 60x17x15 groß. Da kommen jetzt alle Frühblüher rein.

Außen am Geländer hängen neun selbstbewässernde Pflanzgefäße von Lechuza (Balconera Color) in den Maßen 50x19x19 und 80x19x19. Sie werden mit einer sehr dezenten Gurtband-Halterung befestigt, die super vorm Herabfallen gesichert und präzise einstellbar ist.

Innen am Geländer hängen mittlerweile 15 halbrunde selbstbewässernde Pflanzgefäße aus Recyclingplastik von Elho. Damit sie nicht schräg hängen, wird ein verstellbarer Abstandhalter mitgeliefert. Die Maße sind 19x19x24.

Für das Küchenfenster habe ich den Windowgreen von Rephorm gekauft, den man super in die Laibung klemmen kann. Er ist aus Kunststoff und hat die Maße 85x18x14.

Obwohl der Großteil der Pflanzgefäße selbstbewässernd ist, muss meine Kollegin zum Blumen gießen kommen, wenn wir im Urlaub sind. Als es das letzte Mal nötig war, standen noch deutlich weniger Pflanzen auf dem Balkon und sie hofft mittlerweile inständig, dass wir keine langen Urlaube mehr machen. Da unser Balkon aber so schön ist, und so viel spannendes passiert, was ich eventuell verpassen würde, weiß ich gar nicht ob wir jemals wieder länger verreisen wollen.

Blumenerde, Substrate, Dünger

Ich verwende seit Jahren ausschließlich torffreie Bio-Blumenerde. Da unsere Nachbarin von oben sehr ausschweifend ihre Pflanzen gießt, so dass es mir hier manchmal wie im Monsun vorkommt, musste ich unsere Blumenerde mit Sand und Perlit etwas durchlässiger mischen. Den trockenheitsliebenden Stauden waren die ständig nassen Füße nicht so angenehm.

Gedüngt werden die Pflanzen alle mit einem NPK-Flüssigdünger aus dem Bioladen und mit Wurmhumus, den ich online bestelle. Zur Pflanzenstärkung gieße oder sprühe ich ab und an Schachtelhalmextrakt und Brennnesseljauche. Pestizide kommen hier definitiv nicht zum Einsatz, ich setze auf das biologische Gleichgewicht der Natur.

Pflanzenliste

Pflanzenliste Katrin Wittek

In meiner Freizeit bastle und stemple ich sehr gerne und besitze unzählig viele Blumen-Stempelsets (nein, nicht so viele wie Pflanzen!), da wollte ich meine Pflanzenliste natürlich nicht einfach so anhängen, sondern sie mit Liebe selbst gestalten. Bei der nach Blütezeit sortierten Liste variiert das Design je nach Jahreszeit, und die alphabetisch sortierte Liste ist im schlichten Mohnblumen-Design gestempelt. Sie müssten allerdings später im Jahr nochmal aktualisiert werden, da ich einiges aussäen und die neuen Pflanzgefäße bestücken möchte.

Pflanzenliste A bis ZPflanzenliste nach Blütezeit

 

Das sind meine 15 liebsten Pflanzen:

Flockenblume, Glockenblume und Salbei: Ich habe viele verschiedene Sorten, denn davon können meine Bienchen und Insekten nie genug bekommen.

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Seht Ihr, wie gepuderzuckert das Bienchen ist? Deshalb liebe ich Flockenblumen!
In die Knäuelblättrige Glockenblume muss sich das Bienchen ganz schön reinquetschen. Aber nur so bekomme ich diese niedlichen Popo-Fotos.
Fällt die Hummel dem Salbei hier freudig in die Arme oder stürzt sie gleich ab?

Skabiose / Knautie: Kann ich einfach nicht auseinanderhalten – ist aber auch egal, Hauptsache sie sind in ausreichender Stückzahl vorhanden!

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Auf der Kaukasus-Skabiose sagen sich Maskenbiene und Fliege „Guten Morgen!“. Die winzige Maskenbiene hat darin übernachtet.

Katzenminze: Davon habe ich ebenfalls diverse Sorten, die alle sehr beliebt sind. Die Ameisen verbreiten sie mir nur ein wenig zu ausschweifend in die anderen Pflanzgefäße. Aber so habe ich immer ein paar Ableger zum Verschenken.

Laut meiner Recherche müsste es sich um eine Mondfleck-Feldschwebfliege handeln. Sie findet die Katzenminze auf jeden Fall ziemlich ‚Superba‘.

Oregano: Er treibt immer wieder zuverlässig aus und lockt unzählig viele Insekten an. Der Marienkäfer legt jedes Jahr seine Eier drin ab.

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Unvorstellbar, dass aus dieser langen stacheligen „Raupe“ mal ein kleiner runder Marienkäfer wird. Beide sind supereffektive Blattlausvertilger.

Kosmea ‚Schwefel‘: War meine erste Pflanze in orange – Eigentlich mochte ich früher nur rosa, lila, blau und weiß auf unserem Balkon. Sie wurde von unglaublich vielen Insekten besucht. Ein paar Hummeln haben sogar öfter in der Kosmea übernachtet.

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Die Blüte sieht doch aus wie gemalt! Keine Ahnung, warum ich früher kein orange mochte. Selbst die Besucher darauf sind mega fotogen.

Bartblume: Ein toller Spätblüher, der im Herbst noch viele Insekten anlockt.

Die Bartblume ist leider nicht heimisch, die Hummel stört es aber nicht weiter.

Teufelsabbiss: Ich hätte nie damit gerechnet, dass er auf dem Balkon funktioniert. Er blüht unglaublich lange und wohnt zusammen mit Blutweiderich, Prachtscharte und Schlotterhose (Lungenkraut) in einer Pflanzgefäß-WG.

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Sieht gar nicht teuflisch aus, sondern eher wie ein Nadelkissen.

Apropos Schlotterhose: Sie ist ein wunderbarer Frühblüher, wird sehr gerne von Hummeln und Mauerbienen besucht, und vermehrt sich prima im Halbschatten.

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Ich habe eine neue Hummel-Art entdeckt: Die Knickerbocker-Hummel! Ist es nicht unglaublich niedlich, wie sie ihre Beinchen nach vorne biegt?

Herbstanemone: Ich liebe das Geräusch, wenn die Hummeln durch die Blüte pflügen.

Kann die Hummel denn nicht mal kurz im Flug stillhalten? Die kleine Wanze unter dem Blütenblatt kann es doch auch.

Ackerkratzdistel: Sie duftet unglaublich gut nach Honig und lockt Ameisen, Bienen und Schmetterlinge an. Sie teilt sich ein Pflanzgefäß zusammen mit der Brennnessel, da können sie sich gegenseitig piksen.

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Die Ackerkratzdistel wurzelt eigentlich sehr tief, funktioniert aber trotzdem sehr gut in einem kleinen Pflanzgefäß.

Und nicht zu vergessen, die gefährlichste Pflanze Europas: Der Eisenhut. Er ist sehr beliebt bei Hummeln. Bei meinem Freund nicht so ganz, weshalb er am Rand des Balkons steht.

Der Hut ist natürlich nicht aus Eisen, wäre ja sonst auch viel zu schwer auf dem Kopf der Hummel. Die Ameise findet aber, dass der Hummel der Eisenhut sehr gut steht.

Meine Pflanzen-Flops:

Roseneibisch, Azalee, Buschmalve, Magnolie, Hortensie, Rispenhortensie, Rosenstämmchen, Sommerflieder und Eukalyptus haben teils recht schnell oder mit zunehmenden Wachstum gemickert. Der Sommerflieder hat sich sogar untenrum ganz nackig gemacht, während oben neue Knospen gebildet wurden. Alle Pflanzen sind in Mamas Garten gewandert und da richtig toll weitergewachsen.

Rittersporn und Phlox bekamen immer wieder Mehltau, weshalb ich sie auch abgegeben habe (zum Glück ist Mamas Garten groß). Der Polsterphlox hingegen funktioniert zuverlässig, und ich werde es dieses Jahr mit Feld-Rittersporn versuchen.

Vergissmeinnicht: Habe ich bisher jedes Jahr neu gekauft. Jetzt hat sich erstmals ein gekauftes Vergissmeinnicht selbst ausgesät, und ist gerade wieder schön aufgeblüht – jippieh!

Natternkopf (Echium vulgare): Er ist mir ein paar Tage nach dem Kauf direkt eingegangen. Ich werde ihn dieses Jahr mal selbst aussäen und hoffe es gefällt ihm dann besser hier. Der Wegerichblättrige Natternkopf (Echium plantagineum) funktioniert total prima auf dem Balkon.

Kornblume und Goldmohn kann scheinbar nicht jeder. Ich habe sie aber vielleicht auch nur am falschen Standort ausgesät. Das teste ich natürlich dieses Jahr wieder.

Lavendel: Mittlerweile habe ich bestimmt schon über zehn verschiedene Sorten getestet, keiner hat sich bisher gehalten. Ist aber nicht schlimm, es gibt viel schönere heimische Pflanzen.

Meine Pflanzen beziehe ich am liebsten von:

  • Bioland Staudengärtnerei Thomas Rasche in Hiddenhausen
  • Stauden-Karl in Bielefeld
  • Gärtnerei Strickler in Alzey (bei meiner Mama um die Ecke)
  • Kräuter-Gerda in Otterberg (ebenfalls bei meiner Mama)

Außerdem habe ich einige Pflanzen als Ableger geschenkt bekommen.

Mein gekauftes Saatgut ist ausschließlich von Bingenheimer. Allerdings habe ich mir auch Saatgut ertauscht und weiß leider nicht ob es Bio-Saatgut ist.

Der Großteil meiner Pflanzen ist mittlerweile Bio, ein paar heimische Stauden, die ich bereits seit Jahren auf dem Balkon habe und nicht Bio sind, tausche ich aber nicht extra aus.

Nisthilfen

Die erste Wildbienen-Nisthilfe habe ich uns im März 2020 direkt mit einer kleinen Startpopulation der Gehörnten Mauerbiene bestellt. Wir konnten es kaum erwarten, die ersten Wildbienen schlüpfen zu sehen. Mittlerweile weiß ich, dass es nicht gut ist, Kokons im Internet zu kaufen, weil es das natürliche Vorkommen anderer Wildbienen-Arten verändern und dadurch deren Population mindern könnte. Ich muss zugeben, ich bin wirklich froh meine Mauerbienen zu haben. Die Männchen sind so zutraulich und neugierig, und mit den Fotos konnte ich einige Leute überzeugen, die sonst nichts mit Bienen am Hut hatten, auch eine Nisthilfe aufzustellen. Was aber eine noch größere Freude ist: Zu entdecken, welche Wildbienen, Wespen oder auch Parasiten von alleine kommen und sich entscheiden auf unserem Balkon zu nisten.

Da wir durch die große Fensterfront die Nisthilfen nicht aufhängen können, haben wir uns selber eine Konstruktion gebaut. In den Betonfuß von Blomus haben wir einen passenden Rundstab gesteckt und daran die Nisthilfen befestigt.

Auf der linken Seite vom Balkon steht das BeeFriend XL von Bernd Lüder. In dem Kasten darunter haben wir eine Hälfte mit einer Lehmsteilwand und die andere Hälfte mit einem Hartholzblock bestückt. Auf dem Rundstab habe ich vor kurzem noch eine kleine Insektentränke mit Moos, Stöckchen bzw. Steinen als Einstiegshilfe angebracht.

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Beefriend mit Rooftop-Bar. Außerdem auf dem Foto: Sandarium, Markstängel und die abgeschnittenen Stauden, damit die Insekten nach dem Winter in Ruhe ausziehen können.

Auf der rechten Seite vom Balkon steht eine weitere Nisthilfe, die ausschließlich mit Bambusröhrchen bestückt ist. Unter dieser hängt ein selbst gebauter Hartholzblock mit Bohrungen von 2-6 mm. Hier gibt es eine Rooftop-Bar mit feuchten Lehm als Nistbaumaterial (noch nicht auf dem Foto).

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Nisthilfen-Tower Nr. 2. Das Sandarium steht mittlerweile auf der anderen Seite, weil es dort sonniger ist. Außerdem auf dem Foto: Weitere Markstängel und einer von den beiden Vogelfutterspendern, die am Fallrohr neben dem Balkon befestigt worden sind.

Markhaltige Stängel von Sommerflieder, Brombeere und Stockrose habe ich senkrecht rund um den Balkon angebracht.

Ein Sandarium steht seit Juni 2021 auf unserem Balkon. Ich habe dafür ein Pflanzgefäß in 35x35x35 geopfert, und es jeweils hälftig mit Sand und einem Sand/Mutterboden-Gemisch befüllt, um zu testen welche Seite eher angenommen wird. Leider stand es erst zu schattig, so dass ich es nochmal umgestellt habe. Bezogen worden ist es dann aber nicht mehr, ich hoffe also dieses Jahr auf Mieter.

Ganz neu ist ein Baumhummelkasten. Nach ausführlicher Recherche wollte ich es nicht mit einem klassischen Hummelnistkasten versuchen. Da aber Baumhummeln gerne in verlassene Vogelnistkästen gehen, haben wir speziell für sie einen Kasten gebaut, und ihn mit Kleintierstreu und Kapokwolle befüllt. Da Baumhummeln eher in der Höhe ihr Nest suchen, habe ich ihn über der Fensterfront geschützt im Schatten aufgehängt und verliere somit keinen Platz auf dem Balkonboden. Ich bin sehr gespannt, ob er bezogen wird!

Balkonbesucher

Manchmal ist die Bestimmung der vielen Bienen und Insekten gar nicht so einfach. Weiter unten im Text liste ich Euch meine Buch-Empfehlungen und Recherche-Quellen auf.

Diese Insekten nisten hier:

  • Gehörnte Mauerbiene
  • Glockenblumen-Scherenbiene
  • Kurzfransige Scherenbiene
  • Eventuell eine Löcherbiene
  • Maskenbiene
  • Grabwespe
  • Mauer-Lehmwespe
Wilder Meter
Diese beiden Mauerbienen sumseln ganz ungeniert in echter 50 Shades of Bee-Manier auf unserem Balkon. Das Vorspiel kann bis zu 2 Stunden dauern: Das Männchen hält sich ganz dolle am Weibchen fest, befummelt sanft ihre Fühler und massiert ihren Popo. In der ganzen Zeit werden sie häufiger von eifersüchtigen Mauernbienen-Männchen attackiert.

Diese Insekten habe ich hier entdeckt:

Bienen / Hummeln:

  • Ackerhummel
  • Baumhummel
  • Gartenhummel
  • Erdhummel
  • Steinhummel
  • Wiesenhummel
  • Honigbiene
  • Furchenbiene / Schmalbiene
  • Hosenbiene oder Sandbiene
  • diverse andere Hummeln und Bienen

Wespen:

  • Bienenwolf
  • Sandwespe
  • Feldwespe
  • Gemeine / Deutsche Wespe
  • diverse nicht bestimmte Wespen
Wespe in Nisthilfe
Die Wespe habe ich mitten im Winter unter dem Dach der Nisthilfe entdeckt. Sie hat bereits die Winterruhestellung eingenommen: Flügel unter den Körper, Fühler nah am Kopf und die Füße fest am Boden verankert.

Schwebfliegen:

  • Hornissenschwebfliege
  • Hainschwebfliege
  • Gemeine Waldschwebfliege
  • Keilfleckschwebfliege / Mistbiene
  • Späte Breitstirnschwebfliege
  • Totenkopfschwebfliege
  • Mondfleck-Feldschwebfliege
  • Breitfuß-Schwebfliege
  • diverse nicht bestimmte Schwebfliegen
Die Hornissenschwebfliege kam mehrere Tage zu Besuch und ist einmal sogar auf meinem Knie gelandet. Es war ein ganz besonderer Augenblick, ihr so in die Augen zu schauen.

Nachtfalter / Schwärmer:

  • Hausmutter
  • Gammaeule
  • Zwergspanner
  • Taubenschwänzchen
  • Raupe der Achateule
Die Hausmutter lebt seit Jahren auf unserem Balkon unter dem Rand der Pflanzgefäße. Hier habe ich sie morgens in dem Spalt zwischen den beiden Nisthilfen entdeckt. Sieht sie nicht aus wie ein supermoderner Überschallflieger?

Schmetterlinge:

  • Kohlweißling / Karstweißling
  • Tagpfauenauge
  • Zitronenfalter
  • Bläuling
Der Kohl- oder Karstweißling kommt recht oft hier vorbei. Ich möchte dieses Jahr gerne noch mehr Raupenfutterpflanzen und Blüten für Schmetterlinge anbieten

Nützlinge:

  • Ohrenkneifer
  • Florfliege
  • Marienkäfer und deren Larven
  • Regenwürmer
  • diverse andere Schwebfliegen und deren Larven
Ohrenkneifer finde ich immer irgendwo auf dem Balkon, egal wie gut sie sich verstecken! Ich mag diese kleinen, nützlichen Kerlchen. Sie sind auch sehr effektiv im Kampf gegen Blattläuse.

Und außerdem noch diese Insekten:

  • Ameisen. Sie leben mittlerweile seit vielen Jahren auf unserem Balkon. Ich habe versucht sie mit natürlichen Mitteln zu vertreiben, hat aber nichts gebracht. Pestizide kommen nicht in Frage. Ich beobachte sie und habe mich mit ihnen arrangiert.
  • Dickmaulrüssler. Er frisst gerne Löcher in meine Blätter, lieber wäre mir, wenn die Blattschneiderbiene dafür verantwortlich wäre. Aber auch der Dickmaulrüssler darf natürlich bleiben.
  • Federgeistchen – einmaliger leicht gruseliger Besuch.
  • Hundertfüßler
  • Grashüpfer
  • Käferzikade
  • Kamelhalsfliege – das Insekt des Jahres 2022 zu Besuch auf unserem Balkon!
  • Maikäfer
  • Schlanklibelle
  • Wiesenschnake
  • Grüne Stinkwanze
  • Rotbeinige Baumwanze
  • Wanzen, diverse kleine und große
  • Raupen, diverse nicht bestimmte
  • Weiße Fliege – die meine Pflanzen einfach aussaugt! Ich mache allerdings nichts gegen sie, irgendwem schmeckt sie bestimmt.
  • Fliegen, diverse – da mache ich mir nicht die Mühe sie zu bestimmen.
  • Schnecken entdecke ich auch ab und an
  • Spinnen, viele verschiedene (teils ekelige), die natürlich auch bleiben dürfen.

Mit den Wildbienen kommen dann auch die Parasiten:

  • Schmalbauchwespe
  • Goldwespe
  • kleine Schlupfwespe (nicht genau bestimmt)
  • Breitstirnblasenkopffliege

Aber für eine intakte Artenvielfalt sind auch sie unerlässlich, und somit auf unserem Balkon ebenfalls willkommen.

Sieht die Schmalbauchwespe nicht faszinierend aus? Hier sitzt sie ganz harmlos auf der Schafgarbe.

Diese Vögel besuchen uns:

  • Blaumeise
  • Kohlmeise
  • Rotkehlchen
  • Zaunkönig
  • Buchfink
  • Grünfink
  • Heckenbraunelle
  • Amsel
  • Dohle
  • Buntspecht
  • Eichelhäher
  • Baumläufer
  • Ringeltaube
  • Stadttaube
  • früher auch Kleiber und Spatzen

Mein Instagram-Account

That´s me. Ich mag keine Selfies, deshalb habe ich mit verrenktem Arm ein verkehrt-herum-Selfie von mir an der Kosmea ‚Schwefel‘ gemacht.

Um meine Begeisterung und die vielen schönen Fotos zu teilen, berichte ich auf meinem Instagram Account @Katrin_Flora_Fauna nahezu täglich über unseren Balkon und dessen Besucher, und gebe Tipps wie man seinen Garten oder Balkon insektenfreundlich gestalten kann.

Über Instagram bin ich mit vielen weitere Naturbalkon- und Gartenbegeisterten in Kontakt gekommen, die ich im normalen Leben nie kennengelernt hätte. Ich habe dort so viel dazugelernt, und konnte auch viel Wissen weitergeben. Und das Tollste daran ist, viele meiner Leser machen fleißig mit: Sie kaufen insektenfreundliche Pflanzen, stellen Insektentränken auf, legen Schneckenhäuser für Bienen aus und bieten Markstängel an. Begeben sich auf die Suche nach schlafenden Bienen in Blüten, helfen Walter der Wanze bei der Suche nach seiner Liebsten, lernen wie Wespen den Winter verbringen, retten geschwächte Bienen mit Zuckerwasser und posten unter dem Hashtag #beebootylicious Bienen und Hummel-Popos.

Keine Angst, die Hummel wird nicht von einer Schlange gefressen! Sie quetscht sich nur in den Salbei ‚Amistad‘ damit ich ihren Popo für die #beebootylicious Galerie fotografieren kann.

Ein paar meiner Leser sind durch meine Beiträge auf die Schwebfliegenlarven an ihren Pflanzen aufmerksam geworden, die sie sonst für Schädlinge gehalten hätten.

Schwebfliegenlarven sind ganz unscheinbar und pirschen sich fix an die Blattläuse ran um sie dann mit ihren Mundzangen genüsslich, wie ein gutes Glas Portwein, auszuschlürfen.

Um die faszinierende Welt der Bienen und Insekten nicht so trocken und fachmännisch zu gestalten, schreibe ich teils lustige, aber auch informative Beiträge zu den Balkonbesuchern. Mit einem Quiz lernen meine Leser spielerisch über Bienen, Insekten und Pflanzen dazu. Und da auf unserem Balkon eigentlich immer was los ist, gibt es auch genug zu berichten: Hier feiern die Insekten Partys, buchen mein Airbeenbee für eine Übernachtung (und bewerten es danach glücklicherweise auch mit „sehr gut“ bei Beeking.com), vergnügen sich beim Rudelsumseln und Rolf der Bienenwolf kneift der Mauer-Lehmwespe Sabine aus Frust einfach mal in den Po! Und sogar prominente Mauerbienen wie Justin Timbeelake, Justin Beeber, die Backstreet Bees und Beeter Barker sind auf unserem Balkon in Beelefeld zu Gast.

Photobomb! Eigentlich wollte ich die beiden Mauerbienen-Boys fotografieren, die über die Brüstung schauen. Erst im Nachhinein habe ich die beiden Überflieger entdeckt.

Außerdem zeige ich was es für verschiedene Nistmöglichkeiten für solitäre Wildbienen und Wespen gibt, und gebe Anleitungen dazu selber Nisthilfen richtig zu bauen.

Über Instagram habe ich auch Katharina kennengelernt. Von ihr bekam ich den Tipp, Einjährige und andere Pflanzen zwischen die Stauden zu säen, um Lücken zu füllen. Bis zu dem Zeitpunkt habe ich zweimal im Jahr die Pflanzen hin- und hergepflanzt, weil es irgendwie nie so richtig passte.

Engagement für insektenfreundliches Gärtnern und die Artenvielfalt

Meine Leidenschaft, mich für den Erhalt der Artenvielfalt einzusetzen, wächst immer mehr. So war ich 2021 vor Ort aktiv und habe knapp 300 Unterschriften für die Volksinitiative Artenvielfalt NRW gesammelt. Dabei bin ich mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen. Ich glaube, ein paar konnte ich dazu bewegen, ihren Garten oder Balkon insektenfreundlich umzugestalten.

Den Hinterhof an meinem Arbeitsplatz durfte ich auch neu bepflanzen. Wir hatten da bisher nur eine Kirschlorbeer-Hecke, wo zwar ein paar Wespen und Honigbienen dran waren, Wildbienen allerdings keine, und eine Efeu-Wand, die leider zu stark beschnitten wurde. Nur ein paar Wochen nach der Umgestaltung, waren die Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge da, und beim Einpflanzen habe ich sogar eine Kamelhalsfliege entdeckt! Mit nur wenigen Mitteln konnte ich da ein kleines Insektenparadies schaffen.

Außerdem habe ich die Stadt Bielefeld angeschrieben, ob ich auf dem Grünstreifen vor unserem Balkon eine kleine insektenfreundliche Blühwiese anlegen darf. In den letzten Jahren sind dort immerhin die Baumscheiben üppig mit Krokus, Blausternchen, Hornveilchen, Tulpen und weiteren Frühblühern bepflanzt worden. Die Antwort der Stadt Bielefeld auf meine Anfrage steht bisher allerdings noch aus.

Werbung für unseren Balkon

Um dieses Foto zu bekommen musste ich ganz waghalsig auf unsere Küchenspüle klettern und mich weit aus dem Fenster lehnen. Aber ich finde, die Aussicht lohnt sich!

Über meine Teilnahme bei dem Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen“ von „Deutschland summt“ habe ich weiter oben im Text bereits berichtet. Hier einmal beide Links zum nachlesen:

StattGarten: StadtBalkon in der Bielefelder Altstadt | Bundesweiter Pflanzwettbewerb – Archiv 2020 (wir-tun-was-fuer-bienen.de)

StattGarten: StadtBalkon für Wildbienen, Insekten und Vögel | Bundesweiter Pflanzwettbewerb – Archiv 2021 (wir-tun-was-fuer-bienen.de)

In der neuen Natur & Garten Ausgabe zum Thema „Naturnahe Balkone und Topfgärten“ wurden drei meiner Balkonfotos abgebildet. Darüber habe ich mich besonders gefreut! Mit Heft Nummer 1.22 hat Katharina einen unglaublich tollen Ratgeber rund um das Thema Topf- und Balkongärtnern zusammengestellt, und darin zu erscheinen ist eine große Ehre für mich!

Daniela Berg (Instagram @wasbluehtberlin) hat mich bei dem Bio Balkon-Kongress im März 2022 von Birgit Schattling erwähnt. Ihr Vortrag war super interessant. Den Werdegang Ihres Balkons könnt Ihr bei Katharinas Balkonbesuchen nachlesen.

Vor kurzem war sogar Anke Deleiter vom MDR bei uns auf dem Balkon zu Besuch. Die Sendung wurde am 10.04.2022 bei ‚MDR Garten‘ ausgestrahlt. Dies ist der Link zum Video auf YouTube:
Den Balkon für Insekten, Vögel und Co. gestalten | MDR Garten

Ich hoffe, dass ich damit viele weitere Menschen animieren kann, ihren Balkon oder Garten insektenfreundlich zu gestalten. Das Naturgärtnern muss einfach weiter verbreitet werden, und dafür ist es toll, in so vielen Medien vertreten zu sein.

Was ich gerne als Rat an Naturbalkon/Naturgarten-Neulinge geben möchte:

  • Es muss nicht immer alles sofort perfekt gemacht werden. Bei mir hat die komplette Umgestaltung circa drei Jahre gedauert. In der Zeit hat sich einiges verändert, an Strukturen, Pflanzen und meiner Einstellung zu einem naturnahen Balkon.

  • Bitte benutzt keine Pestizide! Mich hat es damals sehr schockiert, dass selbst die „nicht bienengefährlichen“ Bio-Pestizide Nützlinge wie Schwebfliegen, Florfliegen, Marienkäfer etc., schädigen. Das steht natürlich nicht vorne drauf, sondern nur ganz versteckt im Kleingedruckten. Wenn der Blattlausbefall zu stark ist, greife ich schon mal zur Wasserspritze und befördere ein paar Blattläuse im hohen Bogen vom Balkon. Aber nicht alle, denn die Vögel, Marienkäfer, Schwebfliegen und deren Larven sollen natürlich noch angelockt werden.

  • Einige meiner Pflanzen sind am Anfang irgendwie gar nicht von Bienen, Schwebfliegen oder Schmetterlingen angeflogen worden, obwohl der Hinweis „bienenfreundlich“ dran stand. Ich weiß bis heute nicht woran es lag, denn im Baumarkt oder Discounter habe ich meine Pflanzen nie gekauft (diese können mit Pestiziden behandelt worden sein). Vielleicht musste es sich aber auch erst in der Insektenwelt herumsprechen, wo es die besten Pflanzen gibt. Auf jeden Fall solltet Ihr Euch nicht entmutigen lassen, wenn nicht sofort so viele Bienen oder andere Insekten zu Besuch kommen. Bei uns auf dem Balkon hat es circa ein bis zwei Jahre gedauert, eine so große Artenvielfalt anzulocken.

  • Lasst die verblühten und vertrockneten Samenstände bis wenigstens Ende März stehen, denn darin überwintern viele kleine nützliche Insekten! Am besten schneidet Ihr sie, wenn es ein paar Tage sonnig war. Das Geschnittene stelle ich dann nochmal für circa drei bis vier Wochen aufrecht in einen Korb damit alle Insekten ausziehen können. Außerdem picken sich Zaunkönig und Meisen gerne die Sämereien und Insekten raus, und das obwohl ich ganzjährig Vogelfutter anbiete.

  • Wenn Ihr nicht viel Geld habt, um Euren Balkon oder Garten insektenfreundlich zu gestalten, ist eine Blühmischung schon mal ein guter Anfang, oder Ihr kauft Euch Bio-Saatgut, und sät selber einzelne Pflänzchen aus. Das geht sogar im kleinsten Blumenkasten.
    Mit viel Glück habt ihr in der Nähe eine Staudengärtnerei, bzw. bestellt einfach online. Dort werden die Pflanzen klassisch vermehrt und nicht zugekauft und sind daher viel günstiger als im Gartencenter. Außerdem sind sie an unsere klimatischen Verhältnisse angepasst, und kommen auch mit Trockenheit und Kälte zurecht. Die Auswahl an heimischen Stauden ist dort ebenfalls viel besser.

Diese Bücher und Homepages finde ich toll und nutze sie gerne für meine Recherche:

  • Franziska Becker, „Die Natur ist der bessere Gärtner“, ein Buch über 80 Wilde Pflanzen und die dazugehörigen Samenstände. Auf ihrem Instagram Account @bluehendgruen und ihrem Blog blühendgrün (bluehendgruen.de) lernt man viel über verschiedene Wildpflanzen, Insekten und Sämereien. Mit ihr habe ich auf Instagram den Hashtag #beebootylicious erstellt.

  • Anja Eder, „Wildbienenhelfer“, weil da die Pflanzen und Wildbienen nach Monaten sortiert sind, und unglaublich schöne Fotos drin sind. Auf ihrem Instagram Account @wildbienenhelfer findet Ihr noch mehr faszinierende Fotos.

  • Elke Schwarzer, „Mein Bienengarten“ und „Mein Schmetterlingsgarten“ und „Plastikfrei Gärtnern“. Viele Tips zu Pflanzen für Bienen und Schmetterlinge und eben das plastikfreie Gärtnern. Auf ihrem Instagram Account @guenstiggaertnern berichtet sie über Insekten, die sie im Winter im Laub entdeckt hat, über Vögel, Pflanzen und viele weitere Insekten. Sie betreibt außerdem einen Blog: Günstig gärtnern (guenstiggaertnern.blogspot.com)

  • Simone Kern, „Wilde Kübel“. Zeigt viele tolle Kombinationen in diversen Pflanzgefäßen. Da habe ich zum Beispiel den Tipp gelesen, Oregano und Präriemalve zusammenzupflanzen. Ich bin gespannt wie die Kombination aussehen wird.

  • Das Wildpflanzen-Topfbuch‘ von Reinhard Witt steht noch auf meiner Wunschliste.

Zur Bestimmung von Wildbienen habe ich noch nicht das perfekte Buch gefunden. Ich habe die App „Wildbienen Id BienABest“ von Sunbird, außerdem recherchiere ich viel online auf:
www.naturspaziergang.de
www.wildbienen-und-co.de
Und auf Instagram bekommt man auch immer Hilfe.

In den meisten Fachbüchern fehlen leider immer essentielle Wildbienen-Arten. Das Buch „Die Wildbienen Deutschlands“ von Paul Westrich hingegen hat mich in seiner Ausführlichkeit überfordert. Paul Westrich hat aber eine tolle Homepage: www.wildbienen.info

Mit den Schwebfliegen und Wespen ist es noch schwieriger. Einen guten ersten Überblick bietet das Buch „Welches Insekt ist das?“ vom Kosmos Verlag. Auf der Seite www.naturspaziergang.de und www.digital-nature.de findet man generell viel zu den verschiedenen Insekten.

In der Pflanzendatenbank www.naturadb.de erfahrt Ihr die ökologischen Aspekte von vielen Pflanzen: Standort, heimisch oder nicht, Pollen- und Nektarwert, die daran fressenden Raupen und wie viele Bienen und Schmetterlinge sie besuchen.

Danke, an alle die bis zum Ende durchgehalten haben. Ich wünsche Euch ein wunderschönes, aufregendes, blühendes und artenreiches Balkon- oder Gartenjahr, auf dass es überall summt, brummt und flattert!

Kontakt über Instagram: @Katrin_Flora_Fauna

Ich freue mich darauf, dass der Balkon bald wieder so aussieht – dieses Jahr vielleicht sogar noch krasser!

 

5 Kommentare zu “Balkonbesuch: Bei Katrin in Bielefeld

  1. Mia sophie

    schöner Bericht und super informativ 🤗🌱

    • Anonymous

      Liebe Mia Sophie, ganz lieben Dank für Deinen Kommentar, und fürs bis zum Ende dran bleiben! ☺️💚

    • Ups, ich hab ganz vergessen meinen Namen einzugeben… 😬 Hast Du denn auch einen insektenfreundlichen Balkon? 🙃💚

  2. Dany Kroll

    Toller Bericht und klasse Balkon! Durch solche Berichte und Fotos fühle ich mich bestätigt, dass unsere Art des „Balkongarten“ der Artenvielfalt hilft und unser Verständnis von Nachhaltigkeit und Naturnähe der richtige Weg ist.
    Macht weiter so!👍😎🤩🐝🪰🐞🕷🪳🦟🪲🦋

    • Danke für Deinen lieben Kommentar, Dany! ☺️ Das Balkongärtnern muss echt noch viel mehr verbreitet werden, Katharinas Blog ist eine tolle Möglichkeit und Instagram auch. 💚 Und vielleicht sogar der Beitrag beim MDR, den vermutlich auch die klassischen Begonien-Gärtner gesehen haben und im besten Fall ein umdenken stattfindet. 🙃 Ich finde es einfach so schön, wie sich unser Balkon und die Artenvielfalt über so einen kurzen Zeitraum verändert haben, und das ist wirklich Bestätigung genug. 🐝🪱🐛🦋🐌🐜🐞🪰🪲 Kann man Deinen Balkon denn irgendwo betrachten? 😃

Hinweis: Ich freue mich über alle Kommentare und den Austausch mit Leserinnen und Lesern. Leider verschluckt das System aber die Kommentare manchmal und ich muss diese erst nachträglich online stellen. Ich bitte deshalb um Geduld und Verständnis!

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