Hallo Münchner – Wildbienen mit Nummernschildern gesucht!

Wenn eine Biene vom Botanischen Garten München zu den Blüten auf dem Wilden Meter fliegen will, muss sie etwa vier Kilometer zurücklegen. Für Honigbienen kein Problem. Doch kommen ihre Schwestern, die Wildbienen, auch auf einen solchen Futterradius?  Um das herauszufinden, nummerieren Wissenschaftler im Botanischen Garten die Bienchen. Jeder, der eine sieht, möge sie bitte melden. 

Der Aufruf der Forscher:

Wie im letzten Jahr fliegen seit ein paar Tagen auch dieses Jahr wieder farbig markierte Bienen durch den Botanischen Garten. Wildbienen wurden dieses Jahr mit nummerierten Plättchen in blau, gelb, weiß, rot oder grün markiert. Damit versuchen Studenten der LMU München unter Leitung von Frau Renner, Direktorin des Botanischen Gartens und Inhaberin des Lehrstuhls für Systematische Botanik und Mykologie, sowie Andreas Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung München (SNSB-BSM), herauszufinden, wie weit Wildbienen normalerweise fliegen, um Nahrung zu sammeln und neue Nistplätze zu finden.

Das ist wichtig, weil man daraus wiederum ableiten kann, wie weit einzelne nutzbare Flächen voneinander entfernt sein können, so dass Wildbienen sie noch nutzen können.

Sind blütenreiche Flächen und Orte, an denen Wildbienen nisten nämlich zu weit voneinander entfernt, wirkt sich das negativ auf den Nachwuchs der Biene aus. Die Sammelflüge dauern so nämlich länger, das Bienenweibchen bekommt weniger Nachwuchs, dieser ist häufig in einer schlechteren Kondition und auch das Risiko, dass Parasiten die Brut befallen, steigt.

Gerade in einer zersiedelten Landschaft ist es wichtig, die einzelnen nutzbaren Lebensräume der Bienen zum Beispiel durch blühende Grünstreifen zu vernetzen und so gleichzeitig auch noch zusätzliche Nahrungsquellen zu schaffen.

Die Wildbienensuche kann beginnen!

Um möglichst viele der markierten Bienen wiederzufinden, sind die Besucher des Botanischen Gartens, aber auch alle aufmerksamen Münchner nun wie schon letztes Jahr aufgerufen, die Augen offen zu halten und markierte Bienen und den genauen Standort der Sichtung zu melden, entweder über die im Botanischen Garten verfügbaren Flyer oder über die E-Mail-Adresse wildbienen@bio.lmu.de

Anmerkung: Im vergangenen Frühling habe ich auf dem Wilden Meter keine nummerierte Wildbiene aus dem Botanischen Garten gesehen. Vielleicht sind vier Kilometer doch zu weit.

Mehr Informationen:

Die Meldung zur Mitmach-Aktion „München sucht nummerierte Wildbienen“ im vergangenen Jahr: Wildbienen-Suche 2017

Ein Interview mit Andreas Fleischmann zur Funktion der Nestverschlüsse von Wildbienen, finden Sie hier: Das Wettrüsten von Räuber und Beute

Eine Sendung über Wildbienen auf Bayern 2 radioWissen vom 6. April 2018. Für den Beitrag war die Journalistin Brigitte Kohn zu Besuch bei dem Wildbienenforscher Andreas Fleischmann im Botanischen Institut in München und auf dem Wilden Meter.
radioWissen: Wildbienen

 

2 Kommentare zu “Hallo Münchner – Wildbienen mit Nummernschildern gesucht!

  1. nicht ohne Grund verwenden die Obstbauern (Kirschbäume!) lieber Hummeln als Bienen… Die Hummeln fliegen nicht so weit, max 1.5 km Radius, da ist die „schlechtere“ Blütenstetigkeit kein großes Problem…. So wird das mit den Wildbienen auch sein… Botanischer Garten ist zu weit weg…. einfach ein kleinerer Radius als bei Apis Melifera

  2. Das ist ja eine spannende Aktion. Geht es um bestimmte Wildbienenarten oder nur Osmia? Ich meine mal gelesen zu haben, daß sie maximal 500 m fliegen?? Wenn ich hier die Bienchen auf dem Balkon beobachte, dauert ein Sammelflug ca. 30 Sekunden. So weit kann sie dann nicht fliegen. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Ja, ein Balkon-Biotopverbund – davon träumen wir beide, oder?!! LG vom Balkon!

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