Waldwitwenblume und Kriechender Günsel nach dem Winter

Die Waldwitwenblumen haben den Winter im Kasten gut überstanden und haben schon kräftig neu ausgetrieben. Sowohl die Waldwitwenblumen als auch der Kriechende Günsel haben auf meinem Balkon seit Herbst 2015 schon Umzüge hinter sich – auf der Suche nach dem schattigen Platz, auf dem das Licht für die beiden Pflanzen noch ausreichend ist.

Im Online-Shop der Kräuter- und Wildpflanzen-Gärtnerei steht beim Kriechenden Günsel unter anderem der Standort „Gehölzrand in schattiger und kühler Lage“. Die Waldwitwenblume hatte bei Strickler die Angaben „Gehölzrand in halbschattiger und kühler Lage“ und „im lichten Schatten oder Halbschatten locker aufgepflanter Bäume“. Ich hatte gehofft, dass sie in den freien Flächen der großen Pflanzkübel meiner Kletterpflanzen gedeihen, dort haben sie auch den ersten Winter verbracht. Aber beide Pflanzen haben sich im folgenden Frühjahr 2016 geweigert, am ihnen zugedachten Platz zu wachsen oder gar zu blühen.

Waldwitwenblume am schattigen Standort im Pflanzkübel eines Knöterichs im Mai 2016
Kriechender Günsel im Pflanzkübel des anderen Knöterichs im Mai 2016

 

 

 

 

 

 

Kriechender Günsel am zweiten Standort

Also habe ich sie umgezogen, eine Etage höher, damit sie mehr Licht bekommen. Dem Günsel hat es an seinem neuen Standort auch noch nicht so richtig gefallen, der Arme hat sich dadurch gerettet, dass er durch eine Lücke zwischen Blumenkasten und Sichtschutz nach draußen ans Licht gewachsen ist. Dort hat er dann auch im Oktober geblüht.

Die Waldwitwenblume hat an ihrem neuen Standort, am Fensterbrett des Esszimmers, sehr schön und ausdauernd geblüht und hatte auch Gäste.

Waldwitwenblüte mit Gast

Den unglücklichen Günsel habe ich im Herbst ein zweites Mal umgezogen, in einen Kasten neben die Waldwitwenblume. Beide schauen im Moment recht zufrieden aus. Auch der Günsel treibt. Jetzt bin ich gespannt, ob er dort blüht. Meine Hoffnung, mit den beiden Pflanzenarten die Schattenreiche auf dem Balkon zu begrünen, hat sich nicht erfüllt. Ich bin noch unentschlossen, ob ich Farne ausprobiere oder ob es dann einfach in den großen Pflanzkübeln Erdflächen ohne Pflanzen gibt. Es gibt ja auch schöne Steine, die man hinlegen kann.

3 Kommentare zu “Waldwitwenblume und Kriechender Günsel nach dem Winter

  1. Liebe Redaktion, probiere es im Schatten doch mal mit dem blauen Eisenhut. Dieser ist zwar supergiftig, liebt aber Schatten. Da er erst im August und später blüht, ist er eine schöne farbliche Bereicherung im Garten und auf dem Balkon. Auch bei Insekten sehr beliebt. Er wächst vorzüglich auch im Topf. Nachteil: er darf nicht austrocknen.
    Ebenso ein hervorragendes Schattengewächs ist die Funkie mit ihren ebenfalls späten Blüten.

    • Redaktion

      Liebe Luise, im ersten Augenblick war ich ganz begeistert vom Vorschlag „Blauer Eisenhut“. Ich hätte auch langrüsselige Hummeln auf dem Balkon, die auf die Blüten lt. Internet spezialisiert sind. Dann habe ich mal bei der Wildpflanzengärtnerei Strickler nachgelesen: Man soll immer mit Handschuhen arbeiten, schon eine kleine Dosis ist tödlich. Jetzt trau ich mich nicht mehr, ich bin Hypochonder. Hier geht es zum Blauen Eisenhut bei Strickler: https://www.gaertnerei-strickler.de/shop-2019-Blauer_Eisenhut_Aconitum_napellus.htm

  2. Hallo liebe Redaktion! Ich habe zwar keine Blumen auf dem Balkon (noch nicht), aber dafür sprießt es im Garten an allen Ecken und Enden. Mein Garten befindet sich im schönen Ingolstadt und dort an der südlichen Stadtgrenze Richtung Donaumoos. Hier muss ich anmerken, dass das Donaumoos einen eigenen Blog wert wäre. Deshalb zunächst eine kleine Exkursion: Die Vielfalt an einzigartiger Flora und Fauna wirklich fantastisch (Zur Entstehung des Donaumooses: http://www.geoin.de/donaumoos/moor_definition.htm). Hervorzuheben ist hier vor allem der Große Brachvogel, der jedes Jahr auf den gleichen Wiesen nahe Hohenwart brütet und vom Bund für Vogelschutz gehegt und gepfegt wird – leider oft vergeblich. Schuld sind oft nicht Fuchs oder Marder, die das Gelege zerstören, dieses wird durch Zäune geschützt, sondern die schlechten Witterungsverhältnisse. Wenn die jungen Brachvögel noch nicht geschlüpft sind und es stark regnet, wird das Gras vom starken Regen nieder gedrückt und legt sich über die Eier. Die Henne kann dann die Eier nicht mehr genügend wärmen und
    das Gelege geht ein.
    Jetzt aber wieder zurück zu meinem Garten. Ich habe in diesem Garten fast ausschließlich Stauden und belaubte Büsche, blühende Bodendecker und auch ein großes Rosenbeet. Dieses ist zwar ökologisch nicht besonders wertvoll, dafür aber wunderschön.
    Letztes Jahr habe ich beschlossen, einen Teil dieses Gartens mit insektenfreundlichen Blühstauden zu bepflanzen. Es gibt in Ingolstadt eine hervorragenden Staudengärtner, den ich über den Sommer hinweg sehr oft besucht habe. Und ich habe dann meist mehr Stauden gekauft habe, als ich eigentlich Platz im Garten für sie fand. Aber es hat sich dann doch immer wieder ein Fleckchen Erde für das Pflänzchen gefunden. Einige Stauden habe ich auch im benachbarten Baumarkt gekauft.
    Nun nach Ende des Winters war ich natürlich gespannt, welche Staude den Winter überlebt hat. Da hat sich doch ein gewisser Aha-Effekt eingestellt. Die Stauden aus der Staudengärtnerei gedeihen deutlich besser als die aus dem Gartencenter des Baumarkts. Diese kann man noch immer kaum vom benachbarten Unkraut unterscheiden. Es handelt sich bei den gut wachsenden Stauden um Mohn, Gartenwitwenblume, Zierlauch und noch viele mehr, deren Namen ich leider nicht mehr weiss.
    Außerdem habe ich hinter dem Haus auf der windgeschützten Ostseite mehrere von Hummeln (und leider auch von Schnecken) geliebte Rittersporne in Trögen gepflanzt. Ich kann mich nicht errinnern jemals Ende März/Anfang April so große Pflanzen in Trögen gehabt zu haben.
    Außerdem haben alle Funkien den Winter überstanden und spitzen mal mehr, mal weniger weit aus ihren größen Töpfen. Die Blüten dieser urwald-ähnlichen Pflanzen sind vor allem im August, wenn das Nektar- und Pollenangebot langsam versiegt, sehr beliebt bei Bienen und Hummeln.
    An der Nektartheke in unserem Garten gibt es im Momemt vor allem Traubenhyazienten und Buchsbaumblüten. Viele Grüße aus Ingolstadt und bis zum nächsten Mal.

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