Es flattert (Teil 1): Der Grünfink

„Djüpp-djüpp-djüpp djürrrrrrrr tuj-tuj-tuj duÍT tjipp-tjipp-tjipp-tjipp dürdürdürdür djürrrrrrr“. Wenn wir das auf dem Balkon hören, wissen wir, der Grünfink ist wieder da. Wann sich Carduelis chloris im Arnulfpark angesiedelt hat, ist schwer zu sagen. Aber seit im Sommer 2014 auf unserem Balkon Wegerich-Natternkopf (Echium plantagineum) und Borretsch (Borago officinalis) wachsen, kommen die Vögel jeden Sommer, mehrmals am Tag, um die Samen der beiden Pflanzen zu fressen. Zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

Dazwischen schallt ihr Getriller (siehe Umschrift von Wikipedia oben) laut von anderen Orten im Arnulfpark zu uns herauf oder herüber. Sie können nämlich auch beim Fliegen zwitschern, das beeindruckt mich. Ich stelle mir immer vor, dass ich beim Joggen laut singen müsste. Grünfinken sind Vegetarier. Ein echter Pluspunkt auf dem Wilden Meter, sie lassen unsere Bienen in Ruhe. Schon die Jungvögel werden mit einem Müsli aus vorgeweichten Samen aufgepäppelt. Im Sommer stehen fast ausschließlich Pflanzenteile, Beeren und Knospen auf dem Speiseplan, im Winter ernähren sich Grünfinken von ölhaltigen Samen und Früchten, schreibt der Nabu.

Zur gleichen Zeit kommen ebenfalls die Distelfinken oder Stieglitze (Carduelis carduelis) auf den Wilden Meter, die interessieren sich ausschließlich für die Kornblumen (Centaurea cyanus). Darüber berichte ich im nächsten Beitrag.

Grünfinken-Steckbrief auf dem Wilden Meter

Besuchszeit: Juni bis Juli

Leibspeise 1: Samen des Wegeblättrigen Natternkopfs. Mit großer Sorgfalt und in aller Ruhe wird Körnchen für Körnchen schnabuliert. Die Stieglitze piepsen beim Fressen immer wieder, der Grünfink piepst überhaupt nicht. Er wirkt sehr vertieft und lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

Leibspeise 2: Borretsch-Samen. Der linke Fink auf dem nächsten Foto futtert am verblühten und halbvertrockneten Borretsch, den ich jedes Jahr extra für die Grünfinken säe, nachdem ich 2014 das erste Mal beobachtet habe, dass sie die Samen gerne mögen. Die Pflanze ist dann nicht mehr so richtig hübsch, aber die Freude über den Besucher entschädigt mich für den Anblick des gammeligen Topfs.

Charakteristik: Kommt alleine, aber auch in der Gruppe, einmal waren fünf gleichzeitig da. Der Grünfink flattert recht laut beim Landen oder beim Wechseln auf eine andere Blume. Die Stieglitze kommen mit leiserem Flügelschlag.

Video 1: Ein Grünfink, der da war und sich bei offener Balkontür von mir und dem Fotoapparat völlig unbeeindruckt zeigte.

Video 2: Stieglitz auf der Singwarte auf der Antenne gegenüber im März. Leider ist der Lärm des Stadtverkehrs sehr laut und man hört das schöne „Djüpp-djüpp-djüpp djürrrrrrrr tuj-tuj-tuj duÍT tjipp-tjipp-tjipp-tjipp dürdürdürdür djürrrrrrr“ nur sehr leise.

 

Arten-Porträts:

Zwei Grünfink-Porträts von Nabu: Grünfink 1 | Grünfink 2
Wikipedia-Eintrag: Der Grünfink
Website mit deutschen Vogelstimmen: Grünfink hören

Fortsetzung – Es flattert (Teil 2): Der Stieglitz

2 Kommentare zu “Es flattert (Teil 1): Der Grünfink

  1. Sehr schöner Artikel, herzlichen Dank dafür. Auch der Artikel zu den Stieglitzen ist hervorragend. Du beschreibst so liebevoll die Tierwelt in der Stadt, angelockt durch die wilde Balkonbepflanzung. Auf meinem Balkon zentral in Berlin schauen mehrmals am Tag die Grünfinken vorbei, bis zu 6 Stück. Bei mir sind sie nicht so leise, sondern sie fiepen aufgeregt, wenn sie an der Futterstelle hängen. Der Balkon ist in meinem Rücken, ich erkenne die Grünfinken schon am ängstlichen Fiepen. Ich liebe die Grünfinken auch sehr, gerade mein „Mann“ leuchtet wunderschön und zieht meinen Blick magisch an.

  2. Toll, diese Finkenbesucher, denn sie scheinen sich inzwischen in der Stadt besser ernähren zu können als in der leergeräumten Agrarlandschaft, wie ich sie um mich herum habe. Grünfinken kommen ab und zu und „grasen“ den Wildkräuterrasen ab, aber zu den Stieglitzen hat es sich offenbar noch nicht herumgesprochen. Schöne Bildbeiträge.

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