Staudenreport am Sonntag

Nach der betrüblichen Sachstandsmeldung aus den Kästen mit Ansaaten gestern, heute am Sonntag – größtenteils – gute Nachrichten von den Stauden im fünften Stock. Die Rundblättrige Glockenblume hat ihre erste Blüte geöffnet (Foto oben).

Ich habe sie im Mai 2015 eingepflanzt. Nach zwei So-la-la-ich-weiß-noch-nicht-ob-es-mir-hier-gefällt-Sommern fühlt sie sich dieses Jahr richtig wohl, scheint es mir. Sie hat zeitig zu wachsen begonnen, Knospen entwickelt und an diesem schönen Maimorgen zu blühen angefangen.

Weiter geht es mit einem Bilderbericht:

Halbkugelige Teufelskralle – glaube ich. Am 13. Mai. Habe ich nicht bestellt. Hat die Gärtnerei Strickler freundlicherweise als blinden Passagier mit dem Ährigen Blauweiderich geliefert, der jetzt erst Knospen entwickelt.
Gelbe Skabiose. Von dieser Art habe ich vier Pflanzen von verschiedenen Gärtnereien. Bis auf eine haben alle schön wieder ausgetrieben, die erste macht schon Knospen.
Kriechender Günsel (li.) und Waldwitwenblume. Beide sind gut gewachsen am Standort „halbschattig bis schattig“. Bei der Waldwitwenblume sieht es sogar urwaldartig üppig aus.
Die Waldwitwenblume hat auch schon vielversprechende Knospen.
Der Kriechender Günsel hat nun hier an diesem Standort nach seiner Odysee (siehe Beitrag: Waldwitwenblume und Kriechender Günsel nach dem Winter) geblüht, aber nicht lange. Die anderen Blüten sind irgendwie verkümmert, der Mehltau kam. Ich stelle ihn nun über den Sommer in den Garten meiner Mutter und falls er sich auf dem Land im Licht erholt, pflanze ich ihn im Herbst vielleicht in einen Kasten mit mehr Sonne.
Ackerglockenblume heute. Äußerst zuverlässige Balkonpartnerin auch im dritten Jahr. Der Ährige Ehrenpreis auf der andere Seite im Topf beansprucht nur noch ein Hunderstel des Platzes im Pflanzgefäß, aber ganz rausschmeißen lässt er sich auch nicht. Ackerglockenblumen sind eine meiner Top-Empfehlungen.
Zum Vergleich: Die Ackerglockenblume vor acht Wochen am 23. März.
Knäuelglockenblumen, stramm und prächtig. Ebenfalls dritte Saison. Im Hintergrund links der unkomplizierte und ausbreitungswillige Feldthymian.
Ein Topf mit einer gelben Skabiose von der Gärtnerei Gaissmayer (li.) im Schwäbischen und einer drei Jahre alten Felsennelke der Gärtnerei Pointl in Österreich. Es wächst. Die beiden vertragen sich ganz gut, wobei die Felsennelke jedes Jahr bescheidener wird. Dazu sprießen Pflänzlein, von denen ich noch nicht den Namen weiß.
Das ist der zweite Topf mit einer Felsennelke, auch von Pointl, gleich alt. Da gab es ursprünglich als Nachbarin eine Karthäusernelke. Die war im zweiten Jahr bereits verschwunden. Die Felsennelke ist nicht gerade in Top-Form. Sie ist aber noch da und irgendwie hat es der Feldthymian geschafft, sich über zwei Meter entfernt hier anzusiedeln. Vom Feldthymian (auch drei Jahre alt und von Pointl) im Kasten nur gute Nachrichten: Wächst, blüht und expandiert.

Weitere Nachrichten, nicht in der Rubrik Stauden: Es gibt noch weitere erste Blüten zu melden

Die ausgesäten Rainfarn-Phazelien, auch Büschelschön genannt, beginnen zu blühen. Sie sind nicht einheimisch, aber ich säe sie trotzdem jedes Jahr aus, weil sie schon nach zwei Monaten blühen und viel Nektar haben. Die Phazelie ist oft in „Bienenweiden-Mischungen“ enthalten und wird in der Landwirtschaft als Gründünger gesät.
Während der Pupur-Kugellauch (Allium aflatunense ‚Purple Sensation) allmählich verblüht (im Hintergrund), entfalten sich die Blüten des Sternkugellauchs (Allium christophii). Beide Zierlaucharten habe ich im Herbst das erste Mal als Zwiebeln in die Erde gesetzt. Sie sind sehr schön gewachsen und wechseln sich mit der Blützeit perfekt ab. Beide finde ich in Wirklichkeit noch viel schöner als auf den Fotos. Die Bienen besuchen sie auch gern. Sind schon für das nächste Jahr wieder „gebucht“.

1 Kommentar zu “Staudenreport am Sonntag

  1. Wir leben auf dem Land inmitten von Wiesen und Wäldern. Grossartig, was da auf deinem Balkon gedeiht. Viel Freude mit dem Naturlerlebnis. Liebe Grüsse von Regula

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