Video-Tipps

Im Programm des Projekts „Blühende Bänder in Städten“ der Münchner Umweltorganisation Green City habe ich dieses Jahr zwei sehr interessante Online-Vorträge von hochkarätigen Referenten gehört: Dr. Andreas Fleischmann, Botanische Staatssammlung München und Dr. Thassilo Franke, Biotopia Naturkundemuseum Bayern. Diese sind glücklicherweise nun auch auf YouTube nachzuhören. Da man da wohl nicht zufällig darüber stolpert, möchte ich sie hier als Empfehlung verlinken.

Auf dem Titelfoto oben sieht man, wie Andreas Fleischmann bei einer Exkursion im Sommer 2019 die Bedeutung der Heideschnecke (Helicella itala) als Zeigerart für intakte Magerwiesen-Lebensräume erläutert. Er hat die wunderbare Begabung, wissenschaftliche Sachverhalte einfach und anschaulich zu vermitteln. Früher war das Weichtier des Jahres 2019 eine sehr häufige Schnecke, die fast überall an Wegrändern und auf ungenutzten offenen Flächen zu finden war – solche Habitate verschwinden immer mehr. Auch die Mahd zu ungeeigneter Zeit bedroht die Schnecke: Sie findet bei großer Hitze nicht mehr genügend geeignete Pflanzen, um in kühlere Höhen zu klettern.

Artenvielfalt in den Garten säen

Referent: Dr. Andreas Fleischmann, Botanischen Staatssammlung München
Moderation: Sebastian Gardt, GreenCity

Ankündigung auf dem YouTube-Kanal von GreenCity:

Dr. Andreas Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung lädt zu einem Rundgang in seinem naturnahen Garten ein – zumindest virtuell. Im Rahmen des Projektes „Blühende Bänder für Wildbienen“ zeigt er, wie sich mit einer naturnahen Gartengestaltung und der Verwendung von einheimischen Pflanzenarten eine unglaubliche Zahl an Insektenarten (und anderer Tiere) in den eigenen Garten oder auf den Balkon locken lassen. So kannst Du lernen, wie Du einen Beitrag zur Förderung von Biodiversität leisten kannst. Denn dieser ist dringend notwendig.

Das Insektensterben ist eine Folge des massiven Rückgangs von artenreichem Offenland in unserer Landschaft, also des Verlusts von beispielsweise blühende Blumenwiesen, Hecken, Ackerrandstreifen, oder Waldsäumen. Das derzeit vielfach aktionistisch betriebene Säen von Blühstreifen und Blühäckern kann diese natürlichen artenreichen Lebensräume nicht ersetzen, da diese künstlichen Blühflächen nur wenigen anpassungsfähigen Allerweltsarten einen Lebensraum bieten. Mittlerweile gibt es in vielen Regionen daher bereits mehr Artenvielfalt in den Städten als in der „freien Landschaft“, weil sich dort in naturnahen Gärten und Parks noch „Inseln der Vielfalt“ in einer eigentlich für Tiere und Pflanzen eher lebensfeindlichen Umwelt halten können. Wenn man die Ansprüche/natürlichen Lebensräume der Pflanzen und dazugehörigen Insekten berücksichtigt und mit etwas Geschick im eigenen Garten richtig nachbildet, kann man so selbst auf kleinstem Raum und mit wenig Aufwand Trittsteine für teilweise sogar seltene Arten schaffen, die sich von selbst ansiedeln – manche davon bleiben sogar über viele Jahre, und ermöglichen so spannende Naturbeobachtungen im eigenen Grün.


 

Signalsprache der Pflanzen: Wie kommunizieren Pflanzen mit ihren Bestäubern?

Referent: Dr. Thassilo Franke, Biotopia Naturkundemuseum Bayern
Moderation: Sebastian Gardt, GreenCity

Ankündigung auf dem YouTube-Kanal von GreenCity:

Dr. Thassilo Franke (Biotopia Naturkundemuseum) gibt im Rahmen des Projekts „Blühende Bänder für Wildbienen“ bei diesem Webinar spannende Einblicke in die Signalsprache der Pflanzen.

Wie kommunizieren Pflanzen mit ihren Bestäubern? Man könnte meinen eine Hummel entscheidet ausschließlich nach Farbe und Duft welche Blüte sie anfliegt. Aber hast du gewusst, dass unterschiedliche elektrostatische Teilchen dabei eine Rolle spielen? Thassilo Franke nimmt dich mit in die Welt der Pflanzen und ihrer Sprache. Du erfährst alles darüber wie und mit welchen Methoden Pflanzen mit ihren Bestäubern kommunizieren. Wann welche Pflanze den meisten Nektar trägt und nach welchen Kriterien die bestäubenden Insekten entscheiden, welche Blüte sie anfliegen.

Hintergrundinfo „Projekt Blühende Bänder“

In München läuft das Forschungsprojekt „Blühende Bänder in Städten“ der Umweltorganisation GreenCity e. V. zusammen mit dem Lehrstuhl für Renaturierungsökologie der Technischen Universität München. Während des Forschungsvorhabens wird im Zeitraum zwischen 2019 und 2022 an 80 Stellen karges Straßenbegleitgrün in naturnahe Blühflächen umgewandelt. Dabei wird untersucht, ob sich dadurch die Zahl der Wildbienen und anderer Bestäuber erhöht, ob durch die Vernetzung der Flächen ein Austausch mit dem Umland ermöglicht wird und in welchen urbanen Landschaften Blühflächen besonders gute Effekte erzielen. Begleitend zum Forschungsvorhaben bietet Green City ein Bildungsangebot und Mitmachaktionen für Bürgerinnen und Bürger an. Weitere Infos zum Projekt: Blühende Bänder für Wildbienen

Exkursion im Projekt Blühende Bänder mit Andreas Fleischmann vom Botanischen Institut München. Im Zentrum der Aufmerksamkeit: die Wilde Möhre.
Exkursion der Wilden-Meter-Redaktion (2. v. re.) im Projekt Blühende Bänder mit Andreas Fleischmann (ganz rechts) vom Botanischen Institut München. Im Zentrum der Aufmerksamkeit: die Wilde Möhre.

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