Balkongäste

Der ökologische Sinn eines Balkons mit einheimischen Wildblumen besteht darin, mit deren Pollen und Nektar ein Nahrungsangebot für unsere einheimischen Insekten zu schaffen und diese zu fördern. Zu meinen Balkongästen gehören auch Spinnen und Vögel. Wer sich für die Identität und Lebensweise der Besucher interessiert, erhält bei den hier genannten Quellen Auskunft.

Paul Westrich: Faszination Wildbienen
Paul Westrich ist einer der führenden Wildbienenexperten Deutschlands. Er ist Biologe und Wissenschaftlier, aber auch Naturfotograf und -filmer. Ich habe in München einen Vortrag von ihm über Wildbienen gehört, mit seinen Fotos und Filmen, zu denen er gesprochen und erklärt hat. Das kann ich jedem Interessierten ans Herz legen. Spannend, unterhaltsam, informativ. Eine Art Wildbienen-Sternstunde. Meine gartenbesitzende Schwiegermutter, die wir überredet hatten, mitzukommen, aber vorher gar nicht wusste, was eine Wildbiene ist, hat an diesem Abend ihr Herz an die Wildbienen verloren. Neben seinem Buch „Wildbienen. Die anderen Bienen. (Verlag Dr. Friedrich Pfeil)“ hat Westrich sein Wissen auch auf seiner Website der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Faszination Wildbienen

Volker Fockenberg: www.wildbiene.com
Der Geograph und Zoologe betreibt ein informatives Portal zu Wildbienen im Internet und bietet auch Schulungen, Seminare und Exkursionen zum Thema Wildbienen an. Außerdem stellt der engagierte Naturschützer in einer eigenen Produktionsanlage Terracotta-Nisthilfen her, die man in seinem Online-Shop erwerben kann.
www.wildbiene.com

Andreas Haselböck: www.naturspaziergang.de
Der Entomologe arbeitet am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart und betreibt privat ein umfangreiches und sehr informatives Naturlexikon mit Artenporträts samt eigener Fotos von Insekten, Spinnen, Vögeln und Pflanzen. Außerdem bietet er einen Bestimmungsservice an sowie Führungen und Vorträge.
www.naturspaziergang.de

Zum Trend „Stadtimerkei“ empfehle seinen Artikel zur „Nahrungskonkurrenz von Honigbienen vs. Wildbienen und anderen Bestäubern“.  Sein Fazit: „Die Honigbiene ist nicht die Ursache für das Schwinden von Wildbienenvorkommen und anderen Bestäubern – doch sie verschärft die Situation dramatisch. Jeder Verzicht auf Hobby-Imkerei oder Stadtimkerei ist aktiver Naturschutz.

Dave Goulson: Wissenschaftler, Autor und Gründer des Bumblee Conservation Trusts
Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: mein Held. Sympathischer englischer Wissenschaftler und Naturschutz-Aktivist, der Hummeln erforscht und verständliche Bücher mit viel britischem Humor über seine Arbeit, die Hummeln und andere Insekten schreibt. Ich habe bei der Lektüre der Bücher mehrmals bereut, nicht Biologie studiert zu haben, damit ich mich bei einem seiner Projekte bewerben kann (zum Beispiel beim Wiesenmähen in Südfrankreich). Sein Buch „A Sting in the Tale“ wurde ein Bestseller und stand auf der Shortlist des Samuel Johnson Prize, des renommiertesten Sachbuchpreises Großbritanniens. In Deutschland sind seine Bücher bisher im Hanser-Verlag erschienen: „Und sie fliegt doch. Eine kurze Geschichte der Hummel“ (2014), „Wenn der Nagekäfer zweimal klopft. Das geheime Leben der Insekten“ (2016), „Die seltensten Bienen. Ein Reiseberich“ (2017). Lesen!
Goulson-Bücher im Hanser-Verlag

Außerdem hat er den wissenschaftlich arbeitenden Bumblebee Conservation Trust an der Stirling University in Schottland gegründet, der eine sehr schöne Website betreibt:
Bumblebee Conservation Trust

Helmut und Margrit Hintermeier: Vier Bände zur Blütenökologie
„Blüten und Insekten bilden eines der faszinierendsten Themen der gesamten Biologie. (…) In deren langer gemeinsamen Geschichte haben sich Anpassungen von verblüffender Variabilität herausgebildet“, schreibt der ehemalige Biologielehrer Helmut Hintermeier zum Geleit seines ersten Bandes „Blütenpflanzen und ihre Gäste“. Zusammen mit seiner Frau hat er inzwischen vier Bände veröffentlicht. In den einzelnen Porträts der Gartenblumen (nicht nur Wildblumen) werden die jeweiligen Bienen, Hummeln, Käfer, Fliegen und Schmetterlinge vorgestellt, die sie besuchen. Sehr liebenswert finde ich die Bescheidenheit, mit der der pensionierte Lehrer seine teilweise 300 Seiten umfassenden Fachbücher als „Broschüren“ bezeichnet. Von den Autoren gibt es auch Bücher über heimische Insekten. Informationen findet man auf der Website:
www.helmut-hintermeier.de

Die Käferfauna Deutschlands – mit Bestimmungsservice
Der Betreiber dieser unglaublich umfangreichen, wissens- und faktenreichen Website ist Dr. rer. nat. Christoph Benisch aus Mannheim, über den ich sonst nichts weiß. Er und sein Team bestimmen auch Fotos von Käfern, die man dort einreicht. Welche Informationen nötig sind und wie man die Käfer am besten fotografieren soll, erfährt man auch noch in einem Handbuch.
www.kerbtier.de

Forum europäischer Spinnentiere
Ein Forum der Arachnologische Gesellschaft e.V. Sogenannte aktive Mitarbeiter beantworten hier freundlich, geduldig und Fachkompetent Fragen im Bereich „Bestimmung“. Man muss sich aber ein Konto zulegen. Die Arachnologische Gesellschaft e.V. (AraGes) verfolgt nach eigener Auskunft „die Ziele, das Wissen über die Spinnentiere insbesondere Mitteleuropas zu erweitern und zu verbreiten sowie die arachnologische Forschung in dieser Region zu unterstützen.“ Sie erhebt einen wissenschaftlichen Anspruch, versteht sich jedoch durchaus auch als Bindeglied zwischen interessierten Laien, Behörden und akademischer Forschung.
https://arages.de/ und https://forum.arages.de/

Bienen und Hummeln im Botanischen Garten in München
Eine Ausflugsadresse für Münchner: Der Botanische Garten in Nymphenburg. Eine faunistische Erfassung der Bienen im Jahre 1998 ergab 78 Arten. 17 davon werden auf der Website vorgestellt.
www.botmuc.de/bienen

Aktion Hummelschutz
Neues aus Hummel-Forschung und Ergebnisse wissenschaftlicher Studien von Hummelfreund Cornel van Bebber
www.aktion-hummelschutz.de