Über mich

Herzlich willkommen! Ich bin eine Münchner Journalistin, wohne und arbeite im Arnulfpark, einem Neubaugebiet in der Nähe des Hauptbahnhofs, und besitze zwei Südbalkone im fünften Stock. Von den insgesamt rund zehn Balkonquadratmetern nutze ich etwa zweieinhalb als Anbaufläche. Genauer gesagt handelt es sich bei den Balkonen um zwei Loggien, so gibt es vollsonnige, halbschattige und schattige Standorte auf engstem Raum. 2013 habe ich meine Balkonbepflanzung vom Pflanzen-Kölle-Sortiment auf (größtenteils) einheimische Wildblumen umgestellt.

Angeregt dazu wurde ich von dem Wildblumenbalkon einer befreundeten Kollegin, auf den ich  zu einer Arbeitsbesprechung eingeladen war. Es war ein heißer Tag im Juli und wir tagten in einer Sommerblumenwiese, umsummt von Hummeln und Bienen. Ich wusste sofort: Das will ich auch. Heute experimentiere ich im fünften Jahr mit Wildpflanzen, es befinden sich Nisthilfen für solitäre Wildbienen und solitäre Wespen aus verschiedensten Materialien auf meinen Balkonen. Es summt und brummt, krabbelt und fliegt von März bis November.

Die großblumigen, langblühenden Gartencenter-Blumen wie Geranien und Petunien, sind farbenprächtig, aber aus Sicht unserer einheimischen Insekten und Vögel nutzlos wie Plastikblumen. Und aus meiner Sicht heute extrem langweilig, unbeseelt, fast künstlich. Ich habe gelesen, dass manchen Balkonpflanzen zugunsten größerer Blüten sogar die Fähigkeit sich fortzupflanzen abgezüchtet wird. In meinem Haushalt wird die Zeit vor der Umstellung „Death-Valley-Periode“ genannt.

Heute sind die Balkone für mich ein Ort spannender und unterhaltsamer Naturbeobachtungen aus nächster Nähe, die meinen Alltag bereichern. Von den Abenteuern, Dramen und Liebesgeschichten der kleinen wilden Tieren, die zu mir in den fünften Stock kommen, möchte ich hier berichten.

Natur- und Artenschutz

Mein Wildblumenbalkon erhebt in keinsterlei Weise Anspruch darauf, ein Artenschutz- oder Naturschutzprojekt en miniature zu sein. Ein Wildblumenbalkon kann aber durchaus für die Notwendigkeit des Arten- und Naturschutzes sensiblisieren. Wenn man täglich vor Augen hat, wieviel Leben einem Stück Beton durch zweieinhalb Quadratmeter Wildpflanzen und ein paar Löchern in Holzblöcken eingehaucht wird, bekommt man eine Ahnung davon, wieviel wertvoller Lebensraum durch Flächenversiegelung und intensive Landwirtschaft täglich in Deutschland verloren geht – für immer.

„Lassen Sie sich auf Hände und Knie nieder!“

In diesem Sinne möchte ich Ihnen die Wünsche des englischen Hummelforschers und Naturschützers, Dave Goulson, übermitteln, mit denen er sich im Vorwort seines neuen Buches „Wenn der Nagekäfer zweimal klopft. Das geheime Leben der Insekten“ an seine Leser richtet: „Ich wünsche mir, dass Sie die Welt mit neuen Augen betrachten; ich wünsche mir, dass Sie in Ihren Garten oder öffentlichen Park gehen und sich auf Hände und Knie niederlassen. Es gibt so viel zu sehen! Schauen wir doch einmal ganz genau hin, dann werden wir die verborgenen Herrlichkeiten des Lebens auf unserem Planten Erde erkennen. Wenn wir das, was wir haben, wertzuschätzen lernen, finden wir vielleicht auch einen Weg, es zu bewahren.“


Kontakt: redaktion@wildermeter.de
Beruf: www.suedwind5.de/heuberger
Mitgliedschaften: Naturgarten e. V., BUND in Bayern e. V., Slow Food Deutschland e. V.
Persönliches Engagement: Wildblumenwiese im Arnulfpark